Schottland

Whisky & Castle Trail

 

 

So. Nach stundenlangem Diskutieren ob mit Töff oder Auto (das Wetter, das Wetter…) ist es jetzt soweit. Das Mini-Flugzeug ist in Edinburgh gelandet, wir schnappen uns unseren nigelnagelneuen Skoda (das ist so ein grosses Ding auf eben vier und nicht zwei Rädern) und ab geht’s. Schatz denk dran, Linksverkehr…

Unsere erste Etappe führt uns über die Halbinsel Fife, durch weite Ebenen, der wunderschönen Küste entlang, durch kleine Dörfer hinauf nach Pitlochry, wo wir unsere erste Nacht verbringen, das erste, anfangs gewöhnungsbedürftige schottische Frühstück geniessen und einen Blick auf das wundervolle Blair Castle werfen.

Danach geht unsere Reise weiter mit dem Tagesziel Aberdeen. Wir fahren durch dichte Wälder, enge Kurven (ja, da muss frau sich anders in den Sitz legen beim Linksverkehr…) und über sanfte Hügel bis zum Balmoral Castle, welches sich im Besitz von Oma Elisabeth befindet (leider ist sie nicht für eine Teestunde zu haben). Einen schönen Parkspaziergang zur Entspannung machen wir aber trotzdem (Andreas und Spazieren, da staunt Ihr, was?!). Jetzt noch einen Abstecher nach Stonehaven: die Ruine von Dunnottar Castle, welche auf einem Felsen an der traumhaften Küste thront, muss man einfach mal sehen!

Am dritten Tag wartet der sagenumwobene Whisky Trail auf uns. Über enge, kurvige Landstrassen cruisen wir von Dorf zu Dorf und klappern (fast) alle Distillerys ab, insgesamt so gegen zehn an der Zahl, inkl. Degustation…naja, zum Glück muss ja der Hausherr fahren und nicht ich .

Noch schnell ein bisschen einkaufen, so ein paar Flaschen haben neben dem Beautycase schon noch Platz…und weiter geht’s bis nach Inverness, wo wir den erlebnisreichen Tag bei einem guten, typisch schottischen Essen (sprich für uns Schweizer undenkbare Kombinationen und Tonnen von Fett, aber guuut!) und ein paar Gläsern mit einheimischem Bier ausklingen lassen.

Unser nächstes Ziel heisst Gairloch, ein Mini-Dorf mitten im zauberhaften schottischen Hochland. Eine Kurve nach der anderen, die ersten Berge, unglaublich satte Farben und viele Schäfchen kreuzen unseren Weg. Das Highlight: Die Gruinard Bay, einer der schönsten Strände Schottlands, irgendwo im Nirgendwo. Und, ganz unter uns, bei jedem vorbeifahrenden Motorradfahrer muss mein Liebster ein bisschen die Tränchen runterschlucken.

Nach der weltbesten Tomatensuppe und einer Bienenattacke nehmen wir nun den Höhepunkt unseres Trips in Angriff: die höchste Passstrasse Schottlands, genannt Applecross. Ein absolutes Muss bei schönem Wetter! Wir fahren auf sogenannten Single Track Roads, enge Strässchen, zum Kreuzen gibt’s nur kleine Ausweichstellen. Ich würde sagen, nur für geübte Töfffahrer geeignet! Aber der Abstecher lohnt sich: ein traumhafter Ausblick auf die umliegenden Inseln und das Meer, dazu märchenhafte Wälder, saftige Wiesen und mehr Schafe als Menschen (Achtung, bremsbereit sein lautet das Motto!)! Unten angekommen überqueren wir zum Abschluss des Tages noch die Skye Bridge und checken dann in unser Inselhotel ein, in welchem wir nun zwei Nächte verbringen werden.

Jetzt kommt die Entdeckungstour auf der Insel Skye. Wir fahren einmal rund um die ganze Insel, besuchen kleine versteckte Geschäfte, hübsche Dörfer und geniessen ein Dudelsackkonzert beim sagenhaften Kilt Rock (mit gefühlten tausend Touris aus dem asiatischen Raum…). Bei der Talisker Distillery müssen wir natürlich auch noch kurz halten…frau muss schliesslich kurz austreten .

Mit der Fähre reisen wir nun wieder aufs Festland, durch ein Naturschutzgebiet mit romantischen Seen, Wasserfällen und einem Stopp bei Harry Potters „Hogwarts Express“ (es gibt diesen Zug wirklich  )! Es folgt die schönste Übernachtung aller Zeiten: wir gastieren im Barcaldine Castle, Dornröschen wäre ausser sich vor Neid.

Anderntags noch schnell eine Flasche Oban geshoppt und auf zu unserer letzten Etappe bis nach Edinburgh. Wir durchqueren das Trossachs Gebiet, auch bekannt als „Highlands in Miniature“, Andreas geniesst die letzten Kurven und schreibt in Gedanken bereits die Packliste für die BMW-Koffer….

Und schon sind wir in Edinburgh, ein absolut würdiger Abschluss unserer Reise! Altehrwürdige Gebäude wohin das Auge schaut, freundliche Menschen überall, gemütliche kleine Pubs, Musik, Bier, Whisky, Essen und jetzt muss ich wohl aufhören….!

Ich glaube, wir können sagen, wir kommen gerne wieder, und dann ja vielleicht auf zwei Rädern….

PS: das Wetter war also gar nicht so übel, wäre gut gegangen mit BMW… (Anmerkung des Administrators: und noch besser auf einer Harley  )

PPS: Dem Allen hat der Fahrer des weissen Neuwagens (sprich: Andreas) bis auf zwei Kleinigkeiten nichts hinzuzufügen. Die Kleinigkeiten heissen:
1. Das Land besitzt unzählige Kurven und zwar wunderbare Motorradkurven!
2. Scotland will definitely be visited again - by bike

Autor: Nadja Erny
Bilder: Nadja Erny